Aussergewöhnlicher Schaffer: Hans Aregger im Alter von 96 Jahren verstorben. 

Autor: HdVM

Er prägte die Schweiz­er Volksmusik wie kaum ein ander­er: Der Klar­inet­tist, Jodler, Kom­pon­ist und Diri­gent Hans Areg­ger ist am 8. Okto­ber 2026 im Alter von 96 Jahren ver­stor­ben. 

Am 14. Sep­tem­ber 1930 in Horw (LU) geboren, wuchs Hans Areg­ger in ein­er durch und durch musikalis­chen Gross­fam­i­lie auf. Schon 1946 schloss er sich der Feld­musik Horw an, und nur ein Jahr später grün­dete er während sein­er Schrein­er­lehre zusam­men mit seinem Brud­er Anton die «Kapelle Gebr. Areg­ger». Im Hotel «Rössli» in Horw stand er 1947 erst­mals vor Pub­likum auf der Bühne – das aussergewöhn­liche Tal­ent des jun­gen Musik­ers war sofort greif­bar. 
 

Areg­ger ver­fein­erte sein Kön­nen kon­se­quent: Er studierte Klar­inette an der Musikschule Luzern sowie beim leg­endären Jost Rib­ary sen. in Zürich. Par­al­lel dazu nahm er Pri­vatun­ter­richt in Dirigieren und Kom­po­si­tion bei Anton Röllin. 
 

Weg­weisende For­ma­tio­nen und der grosse Durchbruch

In den 1950er-Jahren machte er sich als Kopf der «Kapelle Areg­ger-Roos» rasch einen Namen. Es fol­gten erste Radio-Auftritte mit eige­nen Kom­po­si­tio­nen sowie die ersten Schallplat­te­nauf­nah­men bei Poly­dor. 
 

Ab 1959 ging Areg­ger eigene Wege: Nach ein­er Zwis­chen­sta­tion formierte er 1964 die leg­endäre Stammbe­set­zung der «Kapelle Hans Areg­ger» mit Ernst Fankhauser (Akko­rdeon), Lil­ly Meier (Klavier), Karl Keis­er (Bass) und Lina Areg­ger (Jodel). 1965 lan­dete er mit dem «Bock­bier-Schot­tisch» einen zeit­losen Hit. Im Laufe sein­er Kar­riere schuf Areg­ger ein gewaltiges Lebenswerk aus über 600 Eigenkom­po­si­tio­nen. 
 

Lei­den­schaft für den Jodelgesang

1966 schlug Areg­ger ein neues Kapi­tel auf: Gemein­sam mit sein­er Frau Lina Areg­ger-Schiess überzeugte er als Jodel­duett auf Anhieb und holte beim Zen­tralschweiz­erischen Jodler­fest die Höch­st­note. Nach weit­eren Kom­po­si­tion­sstu­di­en bei Paul Müller-Egger und H. W. Schneller schrieb er zahlre­iche beliebte Lieder für Duette, Terzette und Chöre. Auch hin­ter den Kulis­sen engagierte er sich – als Juror beim Jodlerver­band sowie als Diri­gent der Bern­er Jodler Luzern und der Stadtluzernischen Jodlervere­ini­gung. 
 

Ein Leben für die Musik

Über Jahrzehnte hin­weg blieb Hans Areg­ger eine treibende Kraft der Schweiz­er Volksmusik. Er begeis­terte sein Pub­likum nicht nur im Kur­saal Luzern, son­dern auch auf inter­na­tionalen Tourneen in den USA, Japan und Chi­na. 
 

27 Langspielplat­ten, unzäh­lige TV- und Radioauftritte und ein eigen­er Fan­club spiegeln seine enorm hohe Beliebtheit wider. Für sein aussergewöhn­lich­es Schaf­fen wurde der Ländlervir­tu­ose unter anderem mit dem Gold­en Vio­lin­schlüs­sel (1995) und dem Prix Walo (2005) geehrt. 
 

Mit Hans Areg­ger ist am 8. Okto­ber 2026 eine prä­gende Per­sön­lichkeit der Schweiz­er Kul­turgeschichte gestor­ben, deren musikalis­ches Erbe noch lange weit­erklin­gen wird. 


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